Innehalten beim Seewind

Gestern habe ich den gleichen Spaziergang gemacht wie letzte Woche. Wie jedes Mal fasziniert mich das Kunstwerk auf dem Weg. Seewind heißt es.

Gemacht haben den Stahlriesen Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff, wie ein Schild beim Kunstwerk verrät. Die Stahlröhren sind nicht massiv, sondern hohl, wie ein Klopftest zeigt. Sie sind zusammengeschweißt aus gebogenen dünnen Stahlrohren.

Ich mag, wie sie sich in den Himmel winden, wenn ich mich darunter stelle. Ich mag, über die Röhren streichen und das Metall der einzelnen Stahlrohre fühlen. Ich mag, dass dieses Kunstwerk mich auf dem Weg zur Förde zum Innehalten einlädt. Jedes Mal.

Glitzern auf dem Schreventeich

Der Schreventeich glitzert zufrieden und still vor sich hin, denn im Park drumherum tobt das Leben.

Lesende Frauen an Bäume und Bänke gelehnt. Slackline-Akrobatinnen und Akrobaten überwinden große Entfernungen hoch über der Erde. Frisbeescheiben segeln durch die Luft.

Ein Generator rattert. Menschengruppen stehen und liegen herum. Musik beschallt die Liegewiese. Gänseblümchen verzieren das grün. Die Luft riecht nach Gras.

Wolken über der Förde

Samstag war es an geschützten Plätzen schon ein bisschen warm. Ab und an war es sogar auf der Hörnbrücke windstill und lauschig. Da habe ich gestanden, die Sonne genossen und dem Klang verschiedener Sprachen gelauscht. Viele Menschen hat das schöne Wetter nach draußen gezogen.

Aber besonders gerne habe ich die Wolken über der Förde angeschaut. Ich mag den norddeutschen Himmel mit den Wattewolken, die wie hineingemalt aussehen.

Auftanken an der Nordsee

Von Zeit zu Zeit muss ich an die Nordsee fahren.
Salzluft riechen.
Meeresrauschen hören.
Den Wind im Gesicht spüren.
Am Strand stromern.
Meerglas sammeln.
Schon zum Frühstück Fisch essen und abends müdegespielt ins Bett fallen.

Die Baumbank am Schreventeich

Auf der weißen Bank um den Baum am Schreventeich habe ich noch nie gesessen. Vielleicht liegt es daran, dass sie über und über mit Tags in schwarz, rot und türkis überzogen ist. Kronkorken sind im Sand vor der Bank festgetreten. Wenn es wärmer ist, liegen benutzte Kondome herum. Heute liegt Eis aus dem Schreventeich auf der Sitzfläche.

Der Teich ist nicht komplett zu gefroren, die Möwen, Enten und Wildgänse sitzen am Eisrand. Auf der Bank fragt schwarze Eddingschrift: „Klaas, willst du mich heiraten?“ Darunter „Ja, ich will!“ Sogar mit einem Herz.