Lila Fiebertraum

Auf dem Weg zur Förde sehe ich in einem Schaufenster ganz in der Nähe des Medizin-Historischen-Museums einen lila Totenschädel. In meiner Phantasie entstammt er den Fieberträumen einer Kieler Kriminalkommissarin.

Sie und ihr Kollege waren zur Obduktion einer Leiche in die Rechtsmedizin bestellt worden. Nachdem die Piranhas das Fleisch von der Leiche gefressen hatten, die Knochen aus deren Aquarium geholt und abgetrocknet worden waren, lag ein saubergenagtes Skelett vor ihnen.

Ihr Kollege und der Rechtsmediziner im Taucheranzug unterhielten sich. Sie starrte auf das Skelett. Es war lila. Fanden die anderen beiden das nicht bemerkenswert?

Sie versuchte zu sprechen, aus ihrem Mund quoll schillerndes Meeresleuchten. Der Rechtsmediziner zog sich in seine Ein-Mann-Druckkammer zurück.

„Ist der Tote an Heidelbeerjoghurtvergiftung gestorben?“ endlich konnte sie fragen.
„Rot und blau gibt lila. Sein Vater war Feuerwehrmann und seine Mutter adlig. Du weisst auch gar nichts.“

Schweißgebadet schrecke sie aus dem Schlaf und fand sich in ihrem Zuhause. Auf dem Nachtschrank lag ein Fieberthermometer dessen Quecksilbersäule vierzig Grad anzeigte.

Und in Wirklichkeit ist wahrscheinlich alles ganz anders.

Ein Gedanke zu „Lila Fiebertraum

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