Im Schleusenpark

Letzte Woche hat mir ein Freund den Schleusenpark im Maritimen Viertel in der Wik gezeigt. Gemeinsam haben wir dort drei der fünf temporären Kunstwerke entdeckt.

Wir erreichen den Park von Westen und als erstes fällt mir der Wiker-Balkon ins Auge. Nein, dass ist keines der temporären Kunstwerke, sondern eine permanente Aussichtsplattform mit zwei Bänken. Über ihr Geländer lugt temporär eine Holzgiraffe hervor.

Vom Balkon bewegen wir uns südwärts und kommen auf dem Sandweg nur ein kleines Stück voran, denn es schleicht sich Musik in mein Ohr. Zuerst denke ich, dass kommt von den Schleusen; hatte mir mein Freund doch zuvor erzählt, er könne von seinem Zuhause aus die Ansagen in der Schleuse hören und letztens sei ’summer of sixtynine‘ aus dem Lautsprecher geschallt.

Schnell finden wir heraus, dass die Frauengesänge und das Wassergluckern aus einem verrosteten Stahlteil kommen, das aussieht wie die Rückenflosse eines vergrabenen Haifisches. Nixenbad heißt es und ist eine Soundinstallation.

Die andere Soundinstallation, unregelmäßige Alphornstöße, hören wir nicht. Auch die Tanzperformace „Was macht der Mensch im Weltraum“ sehen wir nicht. Die gibts nur Sonntags.

Dafür finden wir den Wilhelm. Den finde ich lustig. Der steht am Abhang und schaut auf den Kanal. Er ist eine lebensgroße Skulptur von Kaiser Wilhelm II mit Parker, Jeans und Sneakern bekleidet.

Nach soviel Kunst setzen wir uns auf eine der Bänke und begeistern uns laut für kurze und lange Sätze und deren Einfluß auf das Tempo von Texten. Sehr zum mißfallen eines anderen Banksitzers, der, wie es schien, unsere Begeisterung für den Satz „Sein Hirn war Brei“ nicht nachvollziehen konnte.

4 Gedanken zu „Im Schleusenpark

  1. Hi,

    der Park ist meiner Meinung nach immer einen Besuch Wert. Die „Kunstwerke“ hatte ich bis dato selber noch nicht gesehen!

    Könntet Ihr vielleicht noch ein paar mehr Bilder von dem Tag hochladen?

    Würde mich sehr darüber freuen,

    Beste Grüße

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