Zimmer mit Fördeblick

Am Freitag bin ich ins Maritim Hotel Bellevue Kiel geflüchtet. Die Mädels-WG ein Stockwerk unter meiner Wohnung hat eine laute Party gefeiert. Angekündigt. Und ich habe ein Zimmer mit Fördeblick gebucht.

Das Zimmer liegt im sechsten Stock und der Blick über die Förde ist toll auch wenn es bei meiner Ankunft schon dunkel ist: die Lichter vom Ostufer glitzern herüber, der Tirpitzhafen strahlt und die Stena Scandinavica fährt hell erleuchtet Richtung Göteborg.

Nach einem Besuch in der Backbordbar schaue ich den Fahrwassertonnen beim roten und grünen Blinken zu. Kurz vorm Einschlafen explodieren auf dem Ostufer Feuerwerksraketen. Rote und weiße Sterne glitzern mich in den Schlaf.

Als ich meine Augen wieder öffne ist es hell aber diesig. Ein Schiff der Küstenwache fährt unter meinem Fenster vorbei und ein Segler motort vermutlich Richtung Winterlager.

Dann taucht die Stena Germanica aus dem Nebel auf und hält Kurs direkt auf mich, dreht bei und gleitet in die Innenförde. Ruderer sind auch schon unterwegs, genau wie ein paar unermüdliche Jogger auf dem Hindenburgufer.

Bald muss die Color Fantasy kommen. Ich starre in den Nebel. Da. Da ist was. Oder doch nicht? Oder doch? Aus einem Schemen wird ein Schiff, das auf mich zu hält. Auch die Color Fantasy hält Kurs direkt auf das Hotel, dreht bei und gleitet in die Innenförde.

Am Horizont erscheinen ein kleines und ein großes graues Schiff. Ein Schlepper verlässt den Tirpitzhafen und fährt den Schiffen entgegen. Das kleine Schiff läuft in den Tirpitzhafen ein. Der Schlepper fährt zu dem großen grauen Schiff und begleitet es Richtung Tirpitzhafen.

Zwei weitere kleine graue Schiffe sind hinter dem großen aufgetaucht. Eine Barkasse verlässt den Tirpitzhafen. Musik schallt zu mir herüber. Das große graue Schiff läuft in den Tirpitzhafen ein, begleitet vom Schlepper und gefolgt von den zwei kleinen.

Und dann ist höchste Zeit zum Aufstehen.

8 Gedanken zu „Zimmer mit Fördeblick

  1. Da war ich noch nicht, aber fällt auch nicht unter „richtige“ Bar. Soll heißen: die Getränkeauswahl ist so umfangreich wie der Bauchumfang eines französischen Supermodels

  2. Pingback: Ergebnisse der Woche ab dem 2013-11-01 | Iron Blogger Kiel

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