Die Baumbank am Schreventeich

Auf der weißen Bank um den Baum am Schreventeich habe ich noch nie gesessen. Vielleicht liegt es daran, dass sie über und über mit Tags in schwarz, rot und türkis überzogen ist. Kronkorken sind im Sand vor der Bank festgetreten. Wenn es wärmer ist, liegen benutzte Kondome herum. Heute liegt Eis aus dem Schreventeich auf der Sitzfläche.

Der Teich ist nicht komplett zu gefroren, die Möwen, Enten und Wildgänse sitzen am Eisrand. Auf der Bank fragt schwarze Eddingschrift: „Klaas, willst du mich heiraten?“ Darunter „Ja, ich will!“ Sogar mit einem Herz.

Wintertagsbegegnungen am Schreventeich

Auf dem Schreventeicheis liegen drei Pflastersteine. „Sanne lass uns demonstrieren gehen. Kasten Bier. Kasten Steine“, höre ich im Kopf die Stimme eines Freundes aus Studienzeiten. Einmal waren wir zusammen demonstrieren. Im Winter. Ohne Bier. Ohne Steine. Für bessere Studienbedingungen.

Vier Wildgänse fliegen auf und schnattern laut. Nils Holgerson kommt mir in den Sinn. Und ein Sammelalbum und Sommerferien und Sammelbildertauschen mit einer Spielfreundin, deren Oma in der Nachbarschaft meiner Eltern wohnte.

Eine Frau lacht und erzählt von einer großen Schildkröte, die im Schreventeich leben soll. Sie hat das Tier auch noch nie gesehen. Vielleicht ist es mit der Schildkröte im Schreventeich wie mit dem Ungeheuer von Loch Ness, mutmaßen wir.

Fördesehnsucht

Sehnsucht nach der Förde und Sehnsucht nach den Fördegeschichten haben mich heute an die Förde geführt. Und dann hat sie so wundervoll ausgesehen.

Ferne Ufer in goldenem Licht. Das Wasser fast spiegelglatt. Drei Ruderer ziehen ihre Bahn. Ein Schiff am Horizont.

Die Luft war klar und kalt. Wenige Spaziergänger unterwegs. Genuss.