Glitzern auf dem Schreventeich

Der Schreventeich glitzert zufrieden und still vor sich hin, denn im Park drumherum tobt das Leben.

Lesende Frauen an Bäume und Bänke gelehnt. Slackline-Akrobatinnen und Akrobaten überwinden große Entfernungen hoch über der Erde. Frisbeescheiben segeln durch die Luft.

Ein Generator rattert. Menschengruppen stehen und liegen herum. Musik beschallt die Liegewiese. Gänseblümchen verzieren das grün. Die Luft riecht nach Gras.

Wolken über der Förde

Samstag war es an geschützten Plätzen schon ein bisschen warm. Ab und an war es sogar auf der Hörnbrücke windstill und lauschig. Da habe ich gestanden, die Sonne genossen und dem Klang verschiedener Sprachen gelauscht. Viele Menschen hat das schöne Wetter nach draußen gezogen.

Aber besonders gerne habe ich die Wolken über der Förde angeschaut. Ich mag den norddeutschen Himmel mit den Wattewolken, die wie hineingemalt aussehen.

Auftanken an der Nordsee

Von Zeit zu Zeit muss ich an die Nordsee fahren.
Salzluft riechen.
Meeresrauschen hören.
Den Wind im Gesicht spüren.
Am Strand stromern.
Meerglas sammeln.
Schon zum Frühstück Fisch essen und abends müdegespielt ins Bett fallen.

Die Baumbank am Schreventeich

Auf der weißen Bank um den Baum am Schreventeich habe ich noch nie gesessen. Vielleicht liegt es daran, dass sie über und über mit Tags in schwarz, rot und türkis überzogen ist. Kronkorken sind im Sand vor der Bank festgetreten. Wenn es wärmer ist, liegen benutzte Kondome herum. Heute liegt Eis aus dem Schreventeich auf der Sitzfläche.

Der Teich ist nicht komplett zu gefroren, die Möwen, Enten und Wildgänse sitzen am Eisrand. Auf der Bank fragt schwarze Eddingschrift: „Klaas, willst du mich heiraten?“ Darunter „Ja, ich will!“ Sogar mit einem Herz.

Wintertagsbegegnungen am Schreventeich

Auf dem Schreventeicheis liegen drei Pflastersteine. „Sanne lass uns demonstrieren gehen. Kasten Bier. Kasten Steine“, höre ich im Kopf die Stimme eines Freundes aus Studienzeiten. Einmal waren wir zusammen demonstrieren. Im Winter. Ohne Bier. Ohne Steine. Für bessere Studienbedingungen.

Vier Wildgänse fliegen auf und schnattern laut. Nils Holgerson kommt mir in den Sinn. Und ein Sammelalbum und Sommerferien und Sammelbildertauschen mit einer Spielfreundin, deren Oma in der Nachbarschaft meiner Eltern wohnte.

Eine Frau lacht und erzählt von einer großen Schildkröte, die im Schreventeich leben soll. Sie hat das Tier auch noch nie gesehen. Vielleicht ist es mit der Schildkröte im Schreventeich wie mit dem Ungeheuer von Loch Ness, mutmaßen wir.