Hafenmolerumhängreisegedanken

HafenmoleVigo

Auf einer der Hafenmolen von Vigo häng ich meinen Reisegdanken nach. Wo ist die Zeit geblieben? Über einen Monat sind meine letzten Reisegedanken her. Zehn Wochen sind wir schon unterwegs, in zweieinhalb Wochen fahren wir nach Hause. Es fühlt sich gleichzeitig so an, als seien wir erst gestern losgefahren und als wären wir schon ewig unterwegs.

Frankreich: Brest, Vannes, Nantes, La Rochelle, Bordeaux, Montpellier mit Ausflug nach Sète und Valence mit Ausflug nach Tain-L’Hermitage. So viele Orte. Frankreich fand ich anstrengend.

Die Franzosen fand ich anstrengend. Auf der Straße, in Geschäften, im Zug oder im Bahnhof ignorieren einen die Franzosen. Jeder hetzt auf seinem Weg, egal ob da jemand anders steht oder geht.

Mache ich Platz für jemanden, der offensichtlich schneller geht, werde ich blöd angeschaut, ganz selten wird ein Merci geflüsert. Ansonsten ignoriert man sich hier in der Öffentlichkeit. Mit Ausnahmen: Frauen meines Alters schauen mich erst abschätzend und dann missgünstig an.

Im direkten Gespräch waren die meisten Franzosen dann wieder sehr nett. Haben geduldig meinem langsamen Französisch zugehört, meine Fehler verbessert und manchmal auch Englisch gesprochen.

Toll war die Auswahl an Lebensmitteln sowohl im Supermarkt als auch beim kleinen Höker um die Ecke. Besonders gefallen haben mir die Galettes in der Bretagne, die Teilchen von den zahlreichen Chocolatiers und das Mittagsmenü im le Quai in Tain-L’Hermitage.

Vor Spanien war ich richtig aufgeregt. Da war ich noch nie, die Sprache spreche ich nur ganz, ganz bisschen und wie werden die Spanier sein? Ganz früh am Morgen steigen wir in den TGV nach Barcelona und ich entspanne mich.

Die Spanier im Zug kommunizieren. Miteinandner und mit anderen. Und so geht es weiter, auch wenn wir nicht die gleiche Sprache sprechen, überall wird miteinander kommuniziert. Ich bin glücklich.

Und laut sind wirklich viele Spanier, die in Barcelona Katalanen sind. Wir sitzen in einem Restaurant und alle reden unheimlich laut. Und wir auch. Das fühlt sich lebendig an. Ich fühle mich lebendig. Gleich am ersten Tag höre ich zwei Menschen, die lauter niesen als ich. Unglaublich.

In Barcelona mag ich sein und das einfach Sein fällt mir unheimlich leicht. Klar hat das Sein in einer Kultur, die zwei Verben für sein hat, eine große Bedeutung, denke ich mir.

In Barcelona habe ich mich verliebt. Da möchte ich unbedingt wieder hinreisen. Vielleicht nicht im Hochsommer, wenn die Stadt vor lauter Touristen aus allen Nähten platzt, sondern eher im Winter.

Auch nach Madrid möchte ich zu einer anderen Jahreszeit nochmal, wenn die Temperaturen mir erlauben, durch die Stadt zu stromern. Bei 33 Grad war die Siesta im Museumshof genau das richtige.

Seit Montag sind wir in Vigo. Zehn Tage werden wir in einem schönen Zuhause im alten Fischerviertel leben. Vigo ist ein bisschen wie Kiel. Und langsam freu ich mich auch schon wieder auf zuhause.

10 Gedanken zu „Hafenmolerumhängreisegedanken

  1. Oh, das war viel und ich werde ein wenig wehmütig. Schön das ihr bald zurück kommt, schade nicht mehr so interessante Reiserlebnisse von dir zu lesen. :-* Gabi

  2. Freu Dich:
    “ Frauen meines Alters schauen mich erst abschätzend und dann missgünstig an.“
    Ein besseres Kompliment ist von einer Französin nicht zu bekommen.

    Und Madrid ist im November schön. Ich war 10 Tage dort, habe es genossen! Kaum Touristen, Platz den Museen und Galerien, Einkaufen und Essen gehen wie die Einwohner. Klare Luft, kalte Nächte, kaum Staub und saubere Farben.

    Deine Reiseimpressionen nehmen mich heraus aus dem Alltag, danke dafür!

    • Schön, dass Du Dich von meinem Blog aus dem Alltag entführen lässt :-).

      Danke für die Reisezeitimpression von Madrid. Da werde ich dann auch in irgendeinem November nochmal hinreisen.

      Wow, so ein kulturelles Missverständnis meinerseits. Dann freu ich mich mal nachträglich :-).

  3. Pingback: Ergebnisse der Woche ab dem 2014-07-11 | Iron Blogger Kiel

  4. Endlich mal Muße zum Blogschmökern: Sehr spannend das alles. Euch weiter eine gute Zeit! Danke für die Postkarte und liebe Grüße aus dem sommerlichen Deutschland!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.